Spitzenmedizin gibt es nicht zum Nulltarif

Spitzenmedizin, Stadtkrankenhaus, Forschung und Lehre unter einem Dach.

Dr. med. Sonja Dörr

Dr. med. Sonja Dörr

Von Dr. med. Sonja Dörr

Die Universitätsmedizin Mainz (UMMZ) arbeitet an ihrer Zukunft. In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren jedoch seit Jahren vor allem die hohen Defizite des größten Krankenhauses in Rheinland-Pfalz. Deutlich weniger Beachtung finden die stetig steigenden Patientenzahlen sowie die herausragenden Leistungen der Beschäftigten in Medizin, Pflege, Forschung und Lehre.

Mit mehr als 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die UMM nicht nur die größte Klinik des Landes, sondern auch einer der größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz. Rund jede und jeder neunte Beschäftigte ist Ärztin oder Arzt.

Als Maximalversorger behandelt die Universitätsmedizin jährlich mehr als 340.000 Patientinnen und Patienten ambulant und stationär – häufig mit besonders schweren oder komplexen Erkrankungen. In über 60 Kliniken und Einrichtungen mit rund 1.600 Betten wird rund um die Uhr Spitzenmedizin erbracht. Das ist eine unverzichtbare Investition in die Gesundheitsversorgung unseres Landes.

Die Universitätsmedizin Mainz steht zugleich für Forschung und Innovation. Hier werden die medizinischen Standards von morgen entwickelt. Die wissenschaftlichen Leistungen der Universitätsmedizin tragen entscheidend dazu bei, Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern.

Zugleich ist die Universitätsmedizin das Stadtkrankenhaus der Landeshauptstadt Mainz. Mehr als 200.000 Bürgerinnen und Bürger verlassen sich auf eine zuverlässige Versorgung. Darüber hinaus werden hier über 3.400 Studierende zu den dringend benötigten Ärztinnen und Ärzten von morgen ausgebildet.

Qualifiziertes Personal, angemessene Vergütung und gute Arbeitsbedingungen sind unverzichtbar 

Spitzenmedizin, Forschung, Lehre und kommunale Gesundheitsversorgung können dauerhaft nur erfolgreich sein, wenn sie ausreichend finanziert werden. Über viele Jahre ist das Land seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung nicht ausreichend nachgekommen. Die wirtschaftliche Situation der Universitätsmedizin überrascht deshalb nicht.

Politik und Gesellschaft müssen sich ehrlich machen: Wer Spitzenmedizin, exzellente Forschung und hochwertige Ausbildung erwartet, muss auch die notwendigen Mittel bereitstellen. Teilentschuldungen allein reichen nicht aus. Ob Restrukturierung und Bauprojekte die wirtschaftliche Wende bis 2030 schaffen, bleibt abzuwarten. Nicht nachvollziehbar ist, dass zahlreiche Vorhalte- und Versorgungsleistungen weiterhin nicht ausreichend finanziert werden. Qualität hat ihren Preis.

Spitzenmedizin braucht hervorragend ausgebildete Ärztinnen und Ärzte sowie attraktive Arbeitsbedingungen. Im Wettbewerb um Fachkräfte muss die Universitätsmedizin Mainz konkurrenzfähige Gehälter und moderne Arbeitsbedingungen bieten. Dafür kämpfen wir als Marburger Bund.

In der jüngsten Tarifrunde haben wir spürbare Gehaltsverbesserungen sowie eine schrittweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit erreicht. Ebenso wichtig bleibt unser Einsatz für eine lückenlose Arbeitszeiterfassung, um Überlastung zu verhindern und die Attraktivität des Arztberufs zu stärken.

Diese Erfolge sind das Ergebnis gelebter ärztlicher Solidarität. Genau diese Solidarität wird auch bei den Kammerwahlen im September gebraucht. Wählen Sie deshalb die Listen des Marburger Bundes. Stärken Sie unsere berufspolitische Arbeit mit Ihren beiden Stimmen für die Landesärztekammer und ihre jeweilige Bezirksärztekammer. Eine starke ärztliche Interessenvertretung braucht starke Mandate.